Junge Katholiken verändern die Kirche (2/2015)

Junge Katholiken verändern die Kirche

Lefebvre, Solange | Bingemer, Maria Clara | Scatena, Silvia

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Jugend und christlicher Glaube

Lefebvre, Solange

Ausgehend von den Bekenntnissen des Hl. Augustinus gibt Solange Lefebvre einen Überblick zur Lage der Jugend und ihrer Beziehung zu Gesellschaft und Kirche, wobei sie in Erinnerung ruft, dass die Herausforderung, in einer pluralistischen Gesellschaft zu leben, nicht neuzeitlich, sondern eigentlich uralt ist. Immer schon rieben und bereicherten sich die Perspektiven der verschiedenen Generationen. Deshalb fordert Lefebvre die Stärkung einer Dynamik der intergenerationellen Koedukation in der Kirche.

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Aus Zuschauern werden Akteure: Jugendorganisationen in einer globalen Kirche

Ahern, Kevin

Der Artikel untersucht die Rolle der heutigen katholischen Jugendbewegungen und fragt, inwieweit diese jungen Leuten helfen, zu »wirklichen Akteuren in dieser Welt« zu werden, wie Papst Franziskus es ausdrückte. In den Blick genommen werden sechs der wichtigsten Typen katholischer Organisationen für junge Menschen sowie die Hindernisse, die einer substantiellen Teilhabe Jugendlicher an Gesellschaft und Kirche im Wege stehen. Die Darstellung schließt mit einer kurzen Überlegung zur Frage, inwieweit die katholischen Jugendbewegungen von einer Erneuerung des Jugendapostolats profitieren würden.

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Jugendliche an den katholischen Universitäten

Gómez, Rosa Aparicio | Cubillo, Andrés Tornos | Azcárate, Diego Rodríguez

Von 2011 bis 2014 führte die Federación Internacional de Universidades Católicas (FIUC) eine Studie unter 16.000 Studierenden an katholischen Universitäten in aller Welt über ihre religiösen und politischen Orientierungen und die Bedeutung, die sie ihrem Studium beimessen, durch. Darin zeigte sich, dass die katholischen Universitäten die Studentinnen und Studenten eher wegen ihrer hohen Ausbildungsstandards als wegen ihrer religiösen Ausrichtung anziehen. Das Selbstverständnis der Universitäten, durch die wissenschaftliche Ausbildung zu mehr Gerechtigkeit im Sinne der christlichen Botschaft beizutragen, hat für die Studierenden einen geringeren Stellenwert als die Erwartung, Karriere machen, selbstbestimmt leben und gegebenenfalls ihre Familien unterstützen zu können.

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Kirche, Hoffnung und Jugend: Raum für Mut im Sinne eines jungen Theologen

Kuzma, Cesar

Der Artikel verfolgt die Spuren der Stichworte »Hoffnung« und »Jugend« in den wichtigsten kirchlichen Dokumenten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und zeigt, dass die jüngeren Generationen für die katholische Kirche auf vielerlei Weise ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt sind.

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Nach Taizé kommen, als ob man nach Hause käme

Maxime, Frère

Wie sehen die Erfahrungen der Gemeinschaft von Taizé mit jungen Menschen aus? Die Brüder sehen, wie die Jugendlichen heranwachsen, sich mit religiösen Fragen in großem Ernst und tiefer Weisheit Weisheit auseinandersetzen und dabei zugleich den Enthusiasmus und das Spielerische der Jugend mitbringen. Die Beobachtungen, dass Jugendliche sich in Taizé oft reifer und erwachsener zeigen, als gemeinhin erwartet wird, sollten für die Religionspädagogik wichtige Konsequenzen haben: Was ihnen nahe gebracht werden soll, muss nicht um jeden Preis »attraktiv« dargeboten werden; wichtiger sind Schlichtheit, Verbindlichkeit und Ernsthaftigkeit, um die Suche nach einem »sinnerfüllten Leben« begleiten. Angesichts der Konsumkultur und der inflationären Kommunikationsmöglichkeiten ist die Kirche nicht zur Anpassung aufgerufen, sondern dazu, sich auf dem Weg der Einfachheit neu zu erfinden.

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»Tremendum et fascinosum«: Erfahrungen junger Eltern als Herausforderung für die Theologie

Dillen, Annemie

Viele junge Eltern erleben Schwangerschaft und Elternschaft als Faszination und Segen, doch zugleich haben sie oft mit neuen Rollenerwartungen zu kämpfen und müssen lernen, Sorge und Vertrauen auszubalancieren. Der Artikel beschreibt den vielgesichtigen Charakter der existentiellen und spirituellen Erfahrungen junger Eltern in Auseinandersetzung mit der aktuellen empirischen Forschung. Während die Kirche sich zumeist nur für bioethische Fragen der Schwangerschaft und die religiöse Erziehung der Kinder interessiert, beschäftigen junge Eltern eher Fragen des Vertrauens, des Loslassens und die spirituelle Erfahrung des Beschenktseins. In den Kirchen gibt es für diese Fragen und Erfahrungen bislang kaum eine Sprache, kein Bewusstsein, welche biblischen Texte für junge Eltern inspirierend sein könnten, kein Aufgreifen der spirituellen Aspekte der Elternschaft. Junge Eltern würden sich mehr willkommen fühlen, wenn ihre komplexe Lebenssituation in der Kirche angesprochen würde und einen Ort in der Liturgie sowie in den sakramentalen Vollzügen hätte. Auch Kinder müssen nicht nur prinzipiell, sondern konkret in den Gemeinden willkommen geheißen werden, was auch ein kritisches Nachdenken über die oft unausgesprochen wirksamen Normen erfordert, die einer Beheimatung im Wege stehen.

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Sehnsucht nach Mehr

Beste, Jennifer

Die ethischen und theologischen Herausforderungen, denen sich Studentinnen und Studenten an Colleges gegenübersehen, wenn sie ganze Menschen werden und Freude und Erfüllung erleben wollen, zeigen sich insbesondere an der gegenwärtigen »Abschlepp-Kultur« auf den Campussen. Dieser Artikel konfrontiert die »Lebensweise« des College-Milieus mit der »Lebensweise« nach dem Vorbild Jesu, wie sie der katholische Theologe Johann Baptist Metz beschreibt. Daraus lässt sich ein wertvolles Instrument zur Unterscheidung von sexuellen Wünschen und Sehnsüchten nach Beziehung gewinnen. Ein Ja zu Gott muss kein Moralisieren gegenüber der College-Kultur bedeuten, sondern kann für Studierende eine Hilfe sein, auch das eigene wahre Selbst in dieses Ja einzuschließen und auf diesem Weg zu entdecken, wie sich in der »Armut des Geistes« (Metz) menschliche Bestimmung und Aufgaben eröffnen.

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Die erste ungläubige Generation: Die »Millennials« und der Glaube

Matteo, Armando

Der Beitrag geht am Beispiel des katholischen Landes Italien der Frage nach, wie und in welchem Maße die westliche Säkularisierung die Generation der »Millenials« erfasst hat. Der Autor verteidigt die These, dass diese die »erste ungläubige Generation« ist und untersucht die Hintergründe sowie die Rolle, die die Elterngeneration und die Veränderungen im Verhältnis von Männern und Frauen dabei spielen.

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Visionen der Hoffnung

Greiner, Katherine A.

Besprechung des Buchs Visions of Hope: Emerging Theologians and the Future of the Church, das von Kevin Ahern 2013 herausgegeben wurde.

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Schluss mit der Ökologie … oder Grüne Kirchen aufbauen?

Lévesque, Norman

Gibt es einen inneren Gegensatz zwischen der Ökologiebewegung und dem Christentum? Ist die Ökologiebewegung heidnisch, während das Christentum sich um die Menschen und ihr Wohlergehen kümmert? Der Artikel geht den behaupteten Gegensätzen nach und erkundet im Kontrast dazu die Argumente für ein gutes Zusammenwirken von ökologischer Theorie und Schöpfungstheologie, wie es auch in der weltweiten Bewegung der Grünen Kirchen praktiziert wird.

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Otto Hermann Pesch zum Gedächtnis

Sattler, Dorothea

Der Beitrag würdigt das Lebenswerk von Otto Hermann Pesch (1931–2014), des katholischen Dogmengeschichtlers und ökumenischen Theologen, der 1975–1998 an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Hamburg den Lehrstuhl für Kontroverstheologie innehatte, der als Kenner der Theologie Thomas’ von Aquin und Martin Luthers weit über den deutschen Sprachraum hinaus bekannt war und dessen Hauptwerk eine mehrbändige „Katholische Dogmatik aus ökumenischer Erfahrung“ (2008–2010) ist.

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Peripateite en agape – Ambulate in dilectione

Melloni, Alberto

Der Aufsatz analysiert die Äußerungen des Ökumenischen Patriarchen und des Papstes während ihrer Zusammenkunft in Konstantinopel zum Fest Apostels Andreas am 29. und 30. November 2014. Im Austausch der Grußworte und Voten stellte sich die Frage nach der Teilnahme der anderen Kirchen bei der Panorthodoxen Synode 2016, die noch nicht gelöst werden konnte. Hier besteht weiter Bedarf an theologischer Reflexion, wobei Papst Franziskus einerseits zusicherte, die Aussagen des Konzilsdekretes Unitatis Redintegratio über die Ausübung des Petrusamtes und über den Kerngehalt des Glaubensbekenntnisses auf eine Weise zu deuten, die wachsende Spielräume eröffnet, und andererseits sich zum Ziel der vollen Einheit der Kirchen bekannte, ohne »noch etwas anderes zu fordern«.

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